Macs lassen sich im Unternehmen genauso betreiben wie Windows-PCs: mit zentraler Verwaltung, Virenschutz, Verschlüsselung, Microsoft 365 und Zugriff auf Server und Drucker. Vor dem Umstieg sollten drei Dinge geklärt sein: Laufen alle Programme, die das Team braucht, auf dem Mac? Wer verwaltet und schützt die Geräte dauerhaft? Und wie werden Macs und Windows-PCs einheitlich betreut, statt zwei getrennte Welten zu pflegen?
Wo Macs heute im Mittelstand stehen
Lange galt der Mac als Gerät für Agenturen und Gestaltung. Inzwischen sehen wir ihn häufig auch bei Geschäftsführungen, im Vertrieb, in Architektur- und Planungsbüros und bei jüngeren Mitarbeitenden, die privat mit Apple arbeiten. Typisch ist dann eine gemischte Umgebung: 20 Windows-PCs, 5 Macs, dazu iPhones und iPads.
Problematisch wird das nicht wegen der Macs selbst, sondern wenn sie nebenbei laufen: ohne zentrale Verwaltung, ohne Schutz, mit lokalen Konten und einem Kollegen, der sich „ein bisschen mit Apple auskennt“. Dann fehlen Updates, Backups und die Möglichkeit, ein verlorenes Gerät zu sperren, und bei einem Ausfall steht der Arbeitsplatz still.
Programme: der wichtigste Punkt vor dem Kauf
Die Microsoft-365-Apps Outlook, Word, Excel, PowerPoint, Teams und OneDrive gibt es nativ für den Mac, E-Mail, Dateien und Besprechungen funktionieren damit wie unter Windows. Einzelne Programme und Funktionen (etwa Access, Publisher oder umfangreiche Excel-Makros) gibt es nur unter Windows. Telefonie über Teams setzt eine Teams-Phone-Lizenz und einen Telefonanbieter voraus.
Anders sieht es bei Branchen- und Fachsoftware aus. Warenwirtschaft, Kanzlei- und Buchhaltungsprogramme, Pflegedokumentation, CAD- oder Steuerungssoftware gibt es oft nur für Windows. Das sollte vor jeder Bestellung mit dem Hersteller geklärt werden. Gibt es keine Mac-Version, bleiben drei Wege:
| Weg | So funktioniert es | Passt, wenn … |
|---|---|---|
| Webanwendung | Der Hersteller bietet das Programm im Browser an. | das Programm ohnehin modernisiert werden soll |
| Windows-Arbeitsplatz auf dem Server | Der Mac greift per Remote-Verbindung auf einen Windows-Arbeitsplatz zu, der im Firmennetz oder in der Cloud läuft. | mehrere Macs dasselbe Windows-Programm brauchen |
| Virtuelle Windows-Umgebung auf dem Mac | Windows läuft als Programm auf dem Mac, bei aktuellen Macs in der ARM-Version von Windows, mit eigener Windows-Lizenz. Nicht jedes Programm läuft dort einwandfrei. | nur ein einzelner Arbeitsplatz betroffen ist und das Programm vorab geprüft wurde |
Häufig sehen wir, dass genau dieser Punkt übersehen wird: Der Mac ist gekauft, dann stellt sich heraus, dass das zentrale Programm nicht läuft. Die Reihenfolge sollte umgekehrt sein.
Verwaltung: Macs gehören in dieselbe Verwaltung wie Windows
Im Unternehmen sollte kein Gerät von Hand eingerichtet werden, weder Windows noch Mac. Beide Plattformen lassen sich zentral verwalten: Einstellungen werden vorgegeben, Programme automatisch installiert, Updates gesteuert, und ein verlorenes Gerät wird aus der Ferne gesperrt oder gelöscht.
Für Macs bietet Apple dafür ein Programm für Unternehmen an, über das neu gekaufte Geräte beim ersten Einschalten automatisch der Firmenverwaltung zugeordnet werden. Der Mitarbeitende packt das Gerät aus, meldet sich an, und die Einrichtung läuft von selbst, auch im Homeoffice. Dieselbe Verwaltungslösung kann Windows-PCs, Macs, iPhones und Android-Geräte gemeinsam abdecken; Microsoft Intune ist ein verbreitetes Beispiel dafür. Entscheidend ist, dass es eine Verwaltung für alle Geräte gibt und nicht zwei nebeneinander.
Zur Verwaltung gehört auch die Verschlüsselung der Festplatte. macOS bringt sie mit; bei Firmengeräten sollte sie zentral erzwungen und der Wiederherstellungsschlüssel zentral hinterlegt werden, sonst sind die Daten bei einem vergessenen Passwort verloren.
Sicherheit: Macs sind kein Freifahrtschein
Die Annahme „Macs bekommen keine Viren“ ist überholt. macOS hat gute eingebaute Schutzmechanismen, aber Phishing, gestohlene Zugangsdaten und Schadsoftware, die auf Macs zielt, gibt es ebenfalls. Für Angreifer ist der Mac der Geschäftsführung ein lohnendes Ziel.
Im Unternehmen sollte deshalb für Macs dasselbe gelten wie für Windows:
- Schutz mit Verhaltenserkennung auf jedem Gerät, zentral überwacht, damit auffällt, wenn etwas Ungewöhnliches passiert, nicht erst, wenn Dateien verschlüsselt sind.
- Mehr-Faktor-Anmeldung für Microsoft 365 und alle Zugänge.
- Updates: Apple liefert regelmäßig Sicherheitsupdates für die aktuellen macOS-Versionen. Sie sollten zeitnah installiert werden, gesteuert über die zentrale Verwaltung, nicht per Zuruf.
- Backup: Dateien gehören in OneDrive oder auf den Server, nicht nur lokal auf den Mac, und dort in eine getrennte Datensicherung. Was nur auf dem Gerät liegt, ist bei Verlust oder Defekt weg.
Praxis: gemischte Umgebungen in Mittelhessen
In Architekturbüros, Agenturen und Planungsbüros sehen wir oft, dass Gestaltung auf Macs arbeitet, Buchhaltung und Verwaltung auf Windows. Das funktioniert gut, wenn drei Dinge stimmen: Alle greifen auf dieselben Dateiablagen zu (Server oder SharePoint), alle Geräte sind in derselben Verwaltung, und es gibt einen Ansprechpartner, der beide Welten betreut. Schwierig wird es, wenn der Mac-Teil „Privatsache“ bleibt: eigene Apple-IDs, keine Verschlüsselung, keine Updates, keine Sicherung.
Ein zweiter typischer Fall: Die Geschäftsführung möchte ein MacBook, der Rest des Betriebs bleibt Windows. Auch das ist unproblematisch, solange das MacBook nicht das einzige unverwaltete Gerät im Unternehmen ist.
Wie Aegis Core unterstützt
Wir beraten vor dem Kauf, welche Geräte zu welchen Aufgaben passen, und klären mit den Herstellern Ihrer Programme, was auf dem Mac läuft. Wir liefern die Geräte, richten sie ein und rollen sie aus, vorkonfiguriert vor Ort oder automatisch über die Cloud. Windows-PCs, Macs, iPhones und Android-Geräte verwalten wir in einer gemeinsamen Verwaltung, mit Verschlüsselung, Virenschutz mit Verhaltenserkennung und gesteuerten Updates. Danach betreuen wir die Arbeitsplätze auf Wunsch dauerhaft im Managed IT Service, Mac und Windows gleichermaßen. Mehr dazu unter Arbeitsplätze & Endgeräte und Microsoft 365.
Kurz zusammengefasst
- Vor dem Kauf klären, ob alle Programme auf dem Mac laufen, sonst Webanwendung, Windows-Arbeitsplatz auf dem Server oder virtuelle Umgebung einplanen.
- Macs gehören in dieselbe zentrale Verwaltung wie Windows-PCs: Einrichtung, Updates, Verschlüsselung, Sperren bei Verlust.
- Virenschutz mit Verhaltenserkennung, Mehr-Faktor-Anmeldung und Backup gelten für Macs genauso.
- Gemischte Umgebungen funktionieren gut, wenn ein Ansprechpartner beide Welten betreut.
